Zum Seiteninhalt

Datum

Ort

Karlstorbahnhof
Marlene-Dietrich-Platz 3, Heidelberg

Jüdisch-Muslimische Kulturtage

"Im Morgen wächst ein Birnbaum" – Lesung & Autorengespräch mit Fikri Anıl Altıntaş 

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum München 
 
Fikri Anıl Altıntaş wächst als Sohn türkischer Eltern in einer hessischen Kleinstadt auf. Sein Vater arbeitet als Türkischlehrer, seine Mutter als Reinigungskraft. Es ist eine Kindheit inmitten von Sozialwohnblocks, geprägt von dem drängenden Wunsch, »deutsch« zu sein und der bitteren Enttäuschung über die Realität in Deutschland. Beständig wächst die Sehnsucht, gesehen zu werden und einen eigenen Weg als türkisch-muslimischer Mann zu finden. Dabei ist es vor allem die Beziehung zu seinem Vater, die ihn letztlich vor die Frage stellt: Was bedeutet Männlichkeit überhaupt und wie kann sie jenseits der Klischees verstanden und gelebt werden? Inmitten von festgefahrenen Narrativen sucht Fikri Anıl Altıntaş nach den Zwischentönen. Radikal ehrlich blickt er auf sich und seine Familiengeschichte zurück, um die Gegenwart besser zu verstehen. 
 
Der Autor liest aus seinem Roman und kommt ins Gespräch mit Sapir von Abel (Jüdisches Museum München). 
 
Fikri Anıl Altıntaş, geboren 1992 in Wetzlar, ist Autor aus Berlin. Er schreibt unter anderem für der Freitag und die taz. In seinen Texten, Vorträgen und Workshops, u.a. für den Gropius Bau, ZDF und das Berliner Ensemble, beschäftigt er sich mit Männlichkeit und Rollenbildern, Antifeminismus und der (De)-Konstruktion von nicht-weißen, muslimisch gelesenen Männlichkeiten in Deutschland. Auf Instagram schreibt er unter @_faanil über die Überwindung patriarchaler Strukturen und bricht mit Sehgewohnheiten. Er ist ehrenamtlich als #HeForShe Deutschland Botschafter von UN Women Deutschland aktiv. Im April 2023 erschien sein literarisches Debüt „Im Morgen wächst ein Birnbaum“ – die persönliche und familiäre Spurensuche nach der Frage: was bedeutet Männlichkeit?

Sapir von Abel, geboren 1990 in Jerusalem, aufgewachsen in Deutschland, studierte Naher und Mittler Osten (B.A.) und Interkulturelle Kommunikation (M.A.) an der LMU München. Sie hat einige Jahre als Quereinsteigerin an einem Gymnasium unterrichtet und ist seit kurzem am Jüdischen Museum München für die Kulturvermittlung zuständig. Außerdem ist sie Kuratorin und Mitorganisatorin des postmigrantischen Kunst- und Kulturfestivals ausARTen - Perspektivwechsel durch Kunst eine Initiative des Münchner Forum für Islam. 

Fikri Anıl Altıntaş – Foto: Benjamin Zibner